Religion Vishnu

 
Hinduismus ist die Staatsreligion Nepals, nach Regierungsangaben sind 90 % aller Nepalis Hindus, aber Hindus vermischen oft ihre Religion mit buddhistischen Elementen, was auch umgekehrt gilt.


Es gibt zwei wichtige Religionen in Nepal, der Hinduismus und der Buddhismus. Im folgenden ist der Hinduismus dargestellt:
Eine grobe Darstellung des Buddhismus ist hier:

Buddhismus

 

Hinduismus

Essenz

Einer vielfältige Götterwelt, das Streben nach einer Wiedergeburt in eine höhere Kaste, die Anbetung der Götter (puja), die Einäscherung der Toten, sowie das Kastensystem sind wichtige Elemente des  Hinduismus. Vielfach werden auch religiöse Elemente in dem Hinduismus integriert, so wie der Bhuddismus, da Bhudda als neunte Inkarnation (Verkörperung) Vishnus auftritt. Im Prinzip könnte ein Hindu auch Jesus als einen Heiligen anbeten.

Ein Hindu wird in eine bestimmten Kaste geboren, man kann also als Ausländer kein Hindu durch Übertritt werden. Hindus können gleichwohl die Religion verlassen durch Annahme einer anderen Religion oder durch Verstoß von Reinheitsgeboten. Dieses wurde früher von Missionaren ausgenutzt, die Brunnen mit Rinderblut verunreinigten.

Das Leben eines Nepali ist sehr spirituell. Jede Handlung, Beziehung und Ereignis wird von den Göttern und bei dem Streben nach einer besseren Wiedergeburt beeinflusst. Dabei vermischen die Nepalis oft hinduistische und buddhistische Elemente.

Die Welt erneuert sich ständig und alles Lebendige ist ein ewiger Kreislauf. Nach dem Tod wird die Seele wiedergeboren. Bei gutem Verhalten zu Lebzeiten erfolgt die Wiedergeburt in eine höhere oder niedrigere Kaste.  Entscheidend ist das Karma (=Handeln), welches die Ursache und zugleich Folge aus gutem und schlechtem Handeln ist.

Dharma hat drei Bedeutungen. Das erste Darmra  ist das Grundgesetz des Universums, das zweite Dharma betrifft die Regeln in einer Kaste oder der Kasten zueinander und das dritte Dharma bedeutet moralisch richtige Handeln des Menschen, was richitges handeln ist, wird aber auch durch die Kaste bestimmt.  Wenn man dem Pfad zu Brahman (dem Göttlichen) durch diszipliniertes Handeln folgt, werden die ungünstigen Folgen des Karmas ausgelöscht und man erlangt Befreiung von den Leiden der Wiedergeburt (moksha).

Das jetzige Leben ist nach dem Glauben der Hindus nämlich nur eine Illusion (maya) des Göttlichen (brahma)
 

Religiöse Bücher

Folgende Bücher gehören zur hinduistischen Grundliteratur:

Geschichte

Die Arier aus Mittelasien brachten etwa 1600 vor Christus verschiedene Gottheiten, die in den Veden beschrieben werden nach Nepal zum Beispiel Indra (Himmel und Regen), Surya (Sonne), Agni (Feuer) and Yama (Tod). Gleichzeitig errichteten die Arier, die hellere Hautfarbe hatten als die Urbevölkerung, ein Kastensystem ( Kaste= "Varna" bedeutet in Sanskrit "Farbe"), um ihre Vormachtstellung zu sichern. So war es verboten, außerhalb der Kaste zu heiraten.  Auch heute noch sind höherkastige Hindus hellerer Hautfarbe.

Später bildeten die Upanishaden, eine Sammlung religiöser Reden, die Grundlagen des Hinduismus.


Das Kastensystem:

Es gibt im wesentlichen vier (fünf) Hauptkasten, das sind

Brahmanen ( Priester, Lehrer)
Kshyatriya ( Herrscher, Krieger)
Vaisha ( Bauer, Kaufmann, Handwerker)
Shudra ( Diener, Arbeiter)
Harijans (Kastenlose oder Unberührbare)
Die Einteilung ist in Nepal noch komplizierter, da nichthinduistische Völker wie Harijans (Kastenlose) behandelt werden. Dies ist aber eigentlich falsch. Als Ausländer ist man nämlich kein Kastenloser, sondern gehört einfach nicht zum System.

Ein Auf- oder Abstieg ist nur nach einer Wiedergeburt möglich. Der Familienname verrät die Kastenzugehörigkeit, was ab nur lokal gilt. Ein Inder kann  nicht die Kastenzugehörigkeit eines Nepalis am Namen erkennen.

Obwohl die Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit offiziell verboten ist, bestimmt sie heute noch das Schicksal der Menschen. Bankangestellte gehören zum Beispiel auch heute noch durchwegs einer höheren Kaste an. In Indien gibt es zur Vermeidung dieser Mißstände daher ein Quotensystem, das Harijans (Kastenlose) bevorzugt

Niederlassungen ausländischer Firmen müssen damit rechnen, das das Personal nach Kastengesichtspunkten entlassen und neu eingestellt wird, wenn sie die Personalauswahl einem einheimischen Manager überlassen. Es wird oft mehr Personal eingestellt als nötig, damit zum Beispiel die Bürokräfte nicht niedrige Arbeiten wie Reinemachen verrichten müssen.

Das Kastensystem ist mit eines der Leistungsbremse Nepals zu einem gesundem wirtschaftlichen Erfolg.


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Der Götterhimmel

Es gibt einen Gott, der aber in verschiedenen Erscheinungen erscheinen kann. Dies sind die drei Erscheinungen Inkarnationen "Brahma", "Shiva" und "Vishnu". Diese können aber wiederum in mehreren Inkarnationen (Fleischwerdung, Verkörperung) in Erscheinung treten. So erscheint "Vishnu"  unter anderem als Buddha in der neunte Inkarnation und einverleibt den Buddhismus im Hinduismus.

Jeder Gott hat sein Reittier und seine(n)  Gefährtin/Gefährte, sowie mit sich tragende Symbole.
 

Brahma: der Weltenschöpfer mit den vier Köpfen

Reittier ist Hamsa die Wildgans. Seine Gefährtin ist Saraswati (siehe unten)

Brahma ist zugleich die Verkörperung aller Götter, also auch Vishnu und Shiva. Brahma als Schöpfer und Verkörperung des Universums hat aber nicht so eine herausragende Rolle im täglichen religiösen Leben eines Hindus, wie man meinen könnte. Nu wenige Tempel sind Brahma gewidmet.
 


Vishnu (in Nepal auch Narayan) der Bewahrer und Kämpfer für das Gute. In Gestalt vieler Götter kommt er den Menschen zu Hilfe, damit dem Gesetz / Dharma Geltung verschafft wird.

Vishnus Hauptreittier ist Shesha, die Weltschlange Ananta.Das Reittiere Garuda, ein Fabelwesen aus Mensch und Adler muß er sich mit seiner Gefährtin ist Lakshmi (siehe unten) teilen.
Vishnus Symbole sind Diskus, Meeresmuschel, Keule und Lotusblüte.

Vishnu erscheint nacheinander in zehn Inkarnationen (Fleischwerdung,Verkörperung) auf die Erde:

als Rama siebte Inkarnation

gefeiert in dem großen hinduistischen Epos Ramajana nach oben
 
 

 
Ramajana  -die Geschichte Ramas, der síebten Inkarnation Vishnus.

Rama wird als edler Königssohn des gütigen Königs Dasharata geboren. Sita wird seine Frau. Aufgrund einer Intrige (nach einer anderen Darstellung wegen fehlendem Nachwuchs) wird sie 14 Jahre lang verbannt. Nach den 14 Jahren streift Rama mit Sita durch die Wildnis und er schützt Einsiedler vor Dämonen. Der größte Dämon Rawana entführt Sita und bringt sie nach Lanka (Sri Lanka). Nach jahrelanger Suche wird Sita mit Hilfe Hanumans, dem Affengott befreit und das Dämonenreich zerstört. Da sie mit einem anderen Mann zusammengelebt hat, wird sie von Rama trotz seiner Liebe verbannt. Sita bittet die Erde, sie zu verschlingen und Rama opfert sich aus Trauer dem Todesgott. Es gibt aber auch eine Variante mit Happy End.

 

Krishna: achte Inkarnation

üblich in blauer Hautfarbe, unermüdlicher Wagenlenker für die Rechtschaffenheit (Darma), der dem Gott dient ohne nach Erfolg zu fragen.

Krishna wird in der Bhagawadida, einem religiösen Opus als Verbündeter, hervorragender Kämpfer und treuer Gefährte geschildert, wobei er auch mutwillig, launisch , skrupellos und betrügerisch sein kann. Krishna gilt als Verkörperung der göttlichen Liebe.

Krishna lehrt den dreifachen Pfad, den Weg des Handelns (Karma Yoga), die Disziplin des Wissens (Jana Yoga), die Meditation und Askese und die Hingabe an Gott (Bhakti Yoga). Er erklärt die Seele als unzerstörbar. Er fordert die Menschen auf, nicht des Eigennutzes  willen zu handeln, sondern dem Gott Vishnu zu dienen. Damit liegen Verbindungen zum Buddhismus vor.
 
 

 
Die Verführung der Milchmädchen (Gopis)

Krishna spielte zur Zeit des Novembermondes Flöte und betörte damit die Gopis, Töchter der Kuhhirten, so sehr, das diese der Musik folgten und anfingen so leidenschaftlich zu tanzen, das auch die Götter und Toten zusahen. Der Ort wird als Paradies voller Früchte und Bienengesumm geschildert. Krishna war so von der Liebe zu den Gopis hingerissen, das er sich aller Kleider entledigte und in 33 Tagen alle 900000 Gopis verführte. Seine Lieblings-Gopi Rhada hielt er dabei stets im Arm. 

neunte Inkarnation ist Buddha

zehnte Inkarnation soll Kalkivatar werden, der den Untergang der Erde eileitet

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Shiva:gütiger Zerstörer und Erneuerer, Gott der Fortpflanzung, Erotik und der Askese,

Reittier ist der weisse Stier Nandi. Auf ihm reitet er in der Schlacht der Dämonen. Daneben wird er, wie auch sein Sohn Ganesh von der Schlange Kobra beschützt.

Shiva trägt einen Dreizack

Shiva ist der Gott der Gegensätze.

Er steht für Macht, die durch den Phallus (Shiva Linga) verkörpert wird. Die Linga ist  immer erigiert, Shiva vergießt nie seinen Samen.Shiva steht auch für die Zerstörung von Altem, durch den erst Platz für Neues geschaffen wird.
 
 

 
Die Verehrung der Schlange und der Kuh

Die Kuh ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Nahrung. Sie verkörpert die Bewahrung des Lebens. Sie gilt dabei auch als Symboltier für Mutter Indien.

Als Gegenpol steht die Agressivität des Stieres. Auch die Schlange ist widersprüchlich und entspricht daher dem Wesen Shivas. Ihr Biss kann töten, dennoch beschützt sie Shivas Hlas, Shivas Sohn Ganesh und auch  die Shiva Linga. 
 

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Shiva existiert in 64 Inkarnationen unter anderem als Pashupatina (Gott der Tiere), Natajar (Gott des Tanzes) oder Bhairab (Gott der Zerstörung)

Shiva wird von den heiligen Männern Sadhus auch oft als Shiva Yogin (Gott der Yoga betreibt) vereehrt, sitzend auf einem Himalayaberg mit einer  Haschischpfeife (chillam) in der Hand.
 
 

Sadhus  bestreiten den Weg der Buße und Askese, um erleuchtet zu werden. 

Sie lehnen weltliches Leben und Handeln ab, weil es nur Trug und Schein ist. Manche Sadhus sind nur einfach spirituelle Bettler, aber es sind oft auch Männer mit angesehen Berufen, die nach Erreichen der familiären und beruflichen Ziele der Welt entsagen und ihren spirituellen Guru aufsuchen. Ihr Guru lehrt ihnen spirituelle Übungen und Yoga, wichtige Bestandteile um die Erleuchtung zu erarbeiten.  Nach der Lehrzeit ziehen sie herum, weil ein fester Aufenthaltsort Stillstand bedeutet. Viele verehren Shiva, erkennbar an dem Dreizack, dem Rosenkranz und den drei Aschestreifen auf der Stirn. Die Streifen symbolisieren das Streben Shivas nach dem Auslöschen der drei Unreinheiten Selbstsucht, eigennützigm Handeln  und Maja (Täuschung). Das Einschmieren mit Asche symbolisiert Shiva als Zerstörer, der alles in Asche legt, damit Neues entstehen kann. Kommt ein Sahdu in einen Ort kündigt er dies durch seine doppelfelligen Trommel (Damarura) an, entzündet ein heiliges Feuer (Dhuni) und steckt den Dreizack an die Feuerstelle. Manche Sadhus auferlegen sich harte Bußübungen, wie auf einem Bein stehen oder den Kopf im Sand vergraben. Sie leben von Speisen, die sie geschenkt bekommen, auch das sich fotographieren lassen gegen ein Entgelt ist kein Widerspruch zum Leben eines Sadhus. Während sie dem Alkohol entsagen, ihre Sexualität durch Askese unterdrücken,  rauchen sie wie Shiva Marihuana (ganja).

Die Farbe haben folgende Symbole: weiss=Reinheit, gelb=Hingabe, orange=Sonne, rot= Feuer
Ein V steht für Vishnu. Die Asche, mit denen sich einige Sadhus einreiben, steht für die Überwindung des Todes  und Transformation. 

Shivas Frauen sind Sati und Parwati, sowie die Göttinnen der Zerstörung Durga und Kali. Alle Göttinnen sind zugleich Verkörperungen der großen Göttin Dewi.  Parwati gilt aber als pefekte"himmlische" Gattin Shivas. Sie ist Tochter des Himalajas und hat mit Shiva die Kinder Ganesh und Skanda.
 

  Shiva Linga (die rote Farbe symbolisiert Opferblut)


Der Phallus Linga ragt aus dem weiblichen Joni heraus und symbolisiert die Vereinigung von Männlichem und Weiblichem, Himmel und Erde und gilt auch als Fruchtbarkeitsymbol oder als Ausdruck der Kraft des Lebens. Als Brahma und Vishnu stritten, wer der größte Gott sei, erschien die Linga als Feuersäule aus dem Wasser. Vishnu untersuchte als Eber den Boden der Linga, Brahma als Schwan das obere Ende. Aber die Säule als Ausdruck der Macht von Shiva erwies sich als unendlich. Hindus interpretieren die Shiva Linga nicht als sexuelles Symbol.

 
etwas zum Tantrakult
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weitere Götter:

Mahadevi: Gottesmutter
Die weibliche Form Shivas, aber launischer. Als Kali ist sie das weibliche Gegenstück zu Bhairab, gekennzeichnet mit einer Kette von Schädeln und blutdürstiger roter Zunge. Als Durgaist sie ein Dämonenvernichter und als Bhagwati verkörpert sie kreative Frauenpower. In allen Inkarnationen werden ihr unkastrierte Tieropfer erbracht.
 

Hanuman:
der Affengott ist ein kluger und treuer Kriegsgott. Mit seiner Affenarmee zerstört der die Dämonenstadt Lanka und befreit mit Rama dessen Frau Sita. Als Zeichen seiner Ergebenheit hat er sein Herz aufgerissen, in dessen Inneren ein Bild von Rama und Sita sich befindet.
 

Ganesh 
der Gott mit Elefantenkopf wird als Gott für Glück und Überwindung von Hindernissen angerufen. Er gilt auch als Gott des Anfangs, der Gelehrsamkeit und Bewacher von Eingängen. Er ist Lieblingsgott der Hindus.
Sein Reittier ist eine Ratte. Sie verkörpert die Energie eines kleines Lebewesens, welches selbst einen Elefanten tragen kann
Ganesh wurde von Parwati beim Bade aus ihrem Bein, Erde und Salbe erschaffen. Er sollte die Tür des Bades bewachen und wurde von Shiva aus Zorn geköpft. Er bemerkte seinen Sohn getötet zu haben und befahl seinen Ganas (Dämonendienern) den nächstbesten Kopf zu bringen. Sie brachten einen Elefantenkopf, Ganesh wurde wiederbelebt und in die Götterfamilie aufgenommen.
 

Lakshmi  eine Gefährtin Vishnus
Göttin der Schönheit, des Reichtums und des Wohlstandes, in einer Inkarnation auch Annapurna, Göttin des Getreides und des Überflusses.  Sie spendet Regen und aus ihren Händen fallen Goldstücke.

Saraswati:
Göttin des Lernens und der Kultur. Saraswati reitet auf einen weissen Schwan und trägt die Laute Vina

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