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Der Jonsom-Muktinah Treck
Karte Dieser Treck ist der bekannteste und am besten erschlossenste Treck in Nepal. Zunächst führt der Weg über zahlreiche Dörfer zum Aussichtspunkt "Poon Hill" bei Gorepani, von dem die umliegenden Achttausender gesehen werden können. Ab Tatopani folgt der Treck dem Flusslauf des "Kali Gandaki" durch tibetanische Dörfer bis Kagbeni. Es handelt sich in diesem Abschnitt um eine alten Salzstraße zwischen Tibet und Nepal, welche zugleich Pilgerpfad zum Tempel nach Muktinah ( 3.800m) ist, der von Kagbeni aus in einem halben Tagesmarsch erreichbar ist.
Der Treck ist auch für Anfänger geeignet und dauert 1 Woche bis 10 Tage (Rückflug Jonsom /Pokhara).
Wer nur etwas mehr als eine Woche Zeit hat, um den Flieger in Kathmandu zu erwischen, sollte wegen den Unwägbarkeiten eines Rückfluges Jonsom/Pokhara erwägen, den Treck mit einem Flug nach Jonsom zu beginnen. Natürlicher und schöner ist es aber die Vegetationsstufen von unten durchzulaufen, zudem könnte es Schwierigkeiten mit der Höhenkrankheit geben.
Unterkunft, Verpflegung
Unzählige Gasthäuser liegen auf der Strecke, die Ende November kaum ausgelastet waren. Einmal war ich der einzigste Gast, meist war nur zwei weitere Reisende im Hotel. Die Unterkunft kostet 2 Euro, die weitere Verpflegung nach Speisekarte etwa 5 Euro (ohne Bier).
Üblicherweise wird im Hotel auch gespeist. Die Bestellung ist nachmittags zu tätigen, damit das Essen abends serviert werden kann. Dafür ist es dann frisch zubereitet und nicht aufgewärmt. Fleisch ist auf dem Trek meist nicht erhältlich und dann oft zäh.Temperaturen
Während des Tages waren es angenehme 20 Grad, nachts wurde es aber empfindlich kalt, so um den Gefrierpunkt herum. Dicke Decken ( werden nicht jedesmal gewaschen) sind vorhanden, ein leichter Schlafsack wäre also ausreichend, aber angebracht. Licht ist gegeben, aber manchmal wird abends der Strom abgestellt oder fällt aus. Daher sollte eine kleine Taschenlampe im Gepäck nicht fehlen.
Organisiert?
Einfach allein losstürzen bringt den wenigsten Ärger und schont das Budget.
Eine organisierte Reise von einem renommierten Unternehmen in Deutschland bietet die Gewähr das alles klappt, die Führer gut sind und sich auskennen und für Geselligkeit ist gesorgt, wenn die Gruppe gut zusammenpasst. Nachteil: Es kostet mehr als das doppelte als individuell und man lernt weniger gut Land und leute kennen durch eigene Erfahrungen. Möglicherweise ist die Gruppe nicht so toll.
Eine Packagetour in Kathmandu gebucht, bietet weder die Gewähr, das alle Versprechungen eingehalten werden, noch das der Führer nicht die einheimische Bevölkerung nach dem Weg fragen muss. Eine gebuchte Stadtrundfahrt in Kathmandu hat diese Mängel nachgewiesen (siehe unter Eingangsseite unter Informatives).
Führer und Träger?
Die Führer in Nepal haben häufig eine Lizenz und sind als Touristenführer ausgebildet. Häufig sind sie sehr gebildet, sprechen mehrere Fremdsprachen und sind angenehm, insbesondere wenn diese für renommierte Firmen arbeiten. Sie haben oft besser betuchte alleinreisende Frauen begleitet, ob da näheres war, kann ich nicht behaupten, weil mich das nicht interessiert hat. Manche "Guides" sollen auch nach Bedarf Haschisch oder Frauen organisieren, aber keine Ahnung. Für Frauen gibt es auch weibliche Führer.
Führer sind keine Träger, die muss man bei Bedarf extra anheuern.
Für den Führer sind 10-20 Euro am Tag fällig, für den Träger 8-10 Euro. Meist kommt noch die Verpflegung, die Übernachtung und die Kosten des Rückfluges (oder drei Tage Rückmarsch) hinzu, aber sie haben verbilligten Sonderkonditionen.
Führer und Träger sind wirklich nicht erforderlich, sondern Luxus, wenn auch zu überschaubaren Preisen. Wer knapp kalkulieren muss, gehe alleine. Wer nicht knapp kalkulieren muss und gut englisch spricht, kann die Arbeitsplätze der Guides und Träger fördern, sollte aber einen Guide möglichst nach vertrauenswürdiger Empfehlung anheuern. Die meisten Traveller mit Guide wollten die Gesellschaft ihres Guides nicht missen, eine Fehlbesetzung kann nämlich ganz schön nervig sein, wie auch berichtet wurde.
Anfahrt von Kathmandu
In Kathmandu gelandet, bin ich mit dem Bus zugleich am nächsten morgen nach Pokhara abgereist. Das Kathmandu Valley habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Da ich nur gut zwei Wochen Zeit für Nepal hatte, wollte ich am Schluß der Reise in der Nähe zum Flughafen sein. Die vielen Touristenbusse nach Pokhara (etwa 3 Euro) fahren morgens zwischen 7 und 8 Uhr an der Hauptstrasse Kanthipath gegenüber dem Royal Palace (nur ein paar Schritte vom Touristenviertel Thamel entfernt) ab.
Trekkingpermit
Um etwa 14 Uhr erreicht man Pokhara und läßt sich mit dem Taxi (1 Euro) zu der Ausgabestelle des Trekkingpermits bringen, welche bis 15 Uhr 30 (Hauptsaison 16 Uhr 30) -ausser Samstag- geöffnet hat. Die Ausgabestelle befindet sich mitten im Touristikviertel "Lakeside". Dort befindet sich auch das Gross der Unterkünfte (für 3 -10 Euro). Das Trekkingpermit kostet 2000 Rs (15 Euro), es kann evt. auch gegen Aufpreis in einem Reisebüro erworben werden. An der Kontrollstation wird für das Permit das Doppelte verlangt.
Die letzten Besorgungen.... Pokhara See click on Photo to enlarge
Wer unterwegs Quellwasser trinken will, muss mit Jod mögliche Fäkalienkeime, die Krankheiten wie Thyphus, Heoatitis und Durchfall übertragen, abtöten. Jodtabletten oder Jodtinktur zur Wasseraufbereitung gibt es in einer "Farmacy". Es sollte aber "Jod" und nicht eine Chlorlösung sein. Das mit Jod aufbereitete Wasser schmeckt dann wie die Spülung beim Zahnarzt, Zitronensäure soll den Geschmack neutralisieren. Genügend Pflaster und eine Rolle Klopapier sollten auch mitgenommen werden. Da unterwegs alle paar hundert Meter Gasthäuser sind und es auch Wasserstationen mit gereinigten Wasser (Technik aus Neuseeland) gibt, braucht aber nicht unbedingt auf Quellwasser zurückgegriffen werden. Verpflegung gibt es unterwegs reichlich und günstig, aber kaum Fleisch.
Ich kaufte in Pokhara einen Ersatzrucksack für 20 Euro (70 l Lowe Imitat) und ließ einen Teil des Gepäcks im Hotel zurück. Man schreibe die letzten emails, unterwegs (auch in Jonsom) gab es keine Möglichkeiten.
Ausserdem kaufe man sich noch für 2 Euro eine Landkarte über den Treck, aber keine Angst, der Weg ist eindeutig.
Gefahren
Maulesel
Falls Maulesel entgegenkommen, nie an der Seite zum Abhang stehen, sondern zum Berg hin. Maulesel schätzen beim Vorbeigehen die Packtaschen nicht mit ein und können einen somit unabsichtlich den Abhang hinunterstoßen.Höhenkrankheit: click hier
Aufgrund der Höhenkrankheit sterben jedes Jahr einige Trekker. Diese Krankkeit tritt ab 3000m Höhe auf und jeder ist unterschiedlich davon betroffen. Je höher der Aufstieg, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Beschwerden. Der Gruppenzwang führt dazu, das
80% der Todesfälle in organisierten Gruppen auftreten, obwohl nur 40 % der Trecker organisert wandern.
Medikamente oder andere Mittel helfen nur beschränkt. Ein allzu forscher Aufstieg fördert die Krankheit. Wichtig ist es viel zu trinken, zu essen und langsam zu wandern. Bei ersten Anzeichen von Kopfschmerzen und Übelkeit nicht weiter Aufsteigen, sondern für den Abstieg sorgen, neben einer Druckkammer das einzige Mittel welches hilft. Grund für die Höhenkrankheit ist Wasser das sich in den Zellen in Gehirn und Lunge bildet und deren Funktion beeinträchtigt. Dies wird durch Akklimatisierung in der Höhe gemieden.sonstige Verletzungen
Beim Anstieg von Gorepani werden die Knie ziemlich belastet. Ein Spazierstock und Pausen helfen. Mit Blasen muss zudem gerechnet werden.nach oben
Der Treck
Erste Tag: Naya Pool- Gorepani
Man fahre morgens vom neuen Busbahnhof mit dem Bus (<1 Euro) in Richtung Beni und steige nach etwa 2 Stunden Fahrt in Naya Pool aus oder man nehme ein Taxi (10 Euro), um am ersten Tag bis Gorepani zu kommen. Unterwegs mache man noch ein paar Photos vom heiligen Berg "Machapuchre" oder "Fishtail", dem Matterhorn Nepals. Später ist er nicht mehr zu sehen.
Wer weniger Zeit hat und voller Energie steckt, wandert am ersten Tag bis Gorepani und sollte bereits ab 9-10 Uhr in Naya Pool losmarschieren. Wer eine Zwischenübernachtung in Tikedunya oder Ullieri einplant, kann sich Zeit lassen (ich bin um 11 Uhr los und hatte in Bathandi keine Lust mehr weiter zu laufen). Man sollte unbedingt morgens in Gorepani sein, weil ab mittags die umliegenden Achttausender in Wolken verhüllt sind.
Die Strecke geht zunächst etwas bergab, dann gemächlich sanft bergauf bis Tikedungha. Sie führt durch mehrere Dörfer zwischen Reisterassen und alle paar hundert Meter laden Gasthäuser zum Verweilen ein. Auf den Schildern der Gasthäuser sind auch die Ortsnamen zu lesen. In Tikedhunga gehen dann Stufen steil hinauf nach Ulieri, dem anstrengendsten Anstieg von 1000 Höhenmetern auf dem ganzen Treck.
Es werden in Tikedungha und Ulieri Spazierstöcke aus Bambus angeboten, die das Auf- und Absteigen wesentlich erleichtern. Ich wollte meinen Stock jedenfalls nicht mehr missen. Ab Ulieri geht es weniger steil bergauf bis Bathandi.
In Bathandi in der Green View Lodge waren zwei Mädels, die gerne abends Nepali Musik einlegten und tanzten. Ansonsten ist abends tote Hose in den Orten, abends ab neun Uhr wird geschlafen. Die weitere Strecke ab Bathandi bis Gorepani ist weitgehend flacher und führt durch Nadelwald. Wer Glück hat bekommt ein paar Äffchen zu sehen. Man übernachte nicht in den ersten Gasthäusern, sondern im Ort mit Blick auf den Dhaulagiri (8.167m)
Green View Lodge Banthandi.
....click on Photo to enlarge
nach oben Der zweite Tag: Gorepani-Tatopanie
Üblicherweise steht man kurz vor Sonnenaufgang auf und wandert mit einer Taschenlampe zum Aussichtspunkt "Poon Hill". Der Aufstieg dauert ca. 40 Minuten, man folge einfach der Karawane der Taschenlampen. Von dort hat man den Blick auf den "Dhaulaghiri" und das "Annapurna" Massiv. Der Annapurna I ist aber selber nicht zu sehen. Eigentlich hat man vom Ort aus den gleichen Blick, so das Ausschlafen möglich wäre, ohne etwas besonderes zu verpassen. Aber man überzeuge sich am besten selbst..Poon Hill -Blick aff den "Dhaulagiri 8167m " ....click on Photo to enlarge
Nach dem Frühstück geht es dann immer bergab mit Blick auf den Dhaulaghiri links und Reisterassen rechts bis Tatopanie. Kurz vor Tatopanie geht es dann Treppenstufen bergab bis zum Fluss und zweier Hängebrücken. Das ewige bergab ist anstrengend und belastet die Knie (Wanderstock hilft) und es dauert auch einige Zeit bis Tatopanie. Ein Weitergehen bis Dana erscheint nicht sinnvoll, da Tatopani der schönere und besser erschlossene Ort ist.
In Tatopanie sind am Fluss heisse Schwefelwasserquellen. Man entspanne seine müden Knochen und lege sich in zwei Betonbecken im heissem Wasser, absolut relaxend.
Dritte Tag: Tatopanie - Kalopani
Man wandert am Fluss entlang bis zum aus drei Ortsteilen bestehendem Dorf Dana. In Dana besteht die Möglichkeit ein wenig vom Weg abzukommen, man muss über eine kleine Furt über den Bach zur Altstadt und dann weiter am großen Fluss entlang. Zwischendurch passiert man den Wasserfall "Rupse Chahara". Dahinter kommt bald eine Hängebrücke und es geht einige Höhenmeter bergauf. Oben angelangt geht es gemächlich weiter bis zur nächsten Hängebrücke, dann ist es nicht mehr weit bis Ghasa (2080m), dem ersten Ort mit buddhistischen Stadttor und Tempel. Nach Gahra geht es hinter dem "Florida Guesthouse" dann eine längere Strecke durch Nadelwald, bis man zur Hängebrücke nach Lete erscheint. In Serpentinen geht es hinunter zum Fluss und wieder hinauf in den Ort. Lete und Kalopani gehen fliessend ineinander über, das Ortsende ist etwa an der Technical School erreicht. Der Ort selber ist nicht so besonders schön, er bietet aber morgens schöne Blicke auf den "Dhaulagiri", dem "Annapurna I" und den drei "Nilgiris".
nach oben Vierte Tag: Kalopani-Marpha
..Tukuche ...click on Photo to enlarge
Nach dem Überqueren einer Hängebrücke geht es weitgehend flach am weiten Flußbett des Ghatta Khola entlang. Hinter Kokhetani säumen unzählige wilde Marihuanasträucher den Wegesrand. Zum Schluss geht es über eine Hängebrücke nach Larjung und Khobang, zwei idyllische buddhistische Örtchen, bis Tukuche (2590m) erreicht wird. Tukuche war ein alter Handelstreffpunkt der Salz- und Wollhändler aus Tibet und den Getreidehändlern aus dem Süden. Heute werden dort Äpfel, Birnen und Aprikosen angebaut, wovon auch Schnaps destilliert wird.
Besonders erwähnenswert sind die Häuser der sogenannten "Thakali-Architektur" mit Innenhöfen und geschnitzten Fenstern, Türen und Balkonen. Auch die beiden buddhistischen Tempel können besichtigt werden, fotografieren ist erlaubt ( man erwartet eine kleine Spende von etwa 20-50 Rs). Marpha ist wieder ein sehr schöner Ort mit vielen Unterkünften und einem buddhistischen Tempel über dem Ort, der ein wenig an einer Miniversion von Lhasa in Tibet erinnert. Eine Übernachtung in Marpha würde ich einer Übernachtung in....Thakali Haus.-...
....Cannabispflanze...click on Photo to enlarge
Jonsom vorziehen.... Marpha
...im Bhuddatempel ..click on Photo to enlarge
nach oben Fünfte Tag Marpha-Kagbeni (oder Muktinah)
Nach etwa zwei Stunden erreicht man Jonsom. Wenn man früh bis 10 Uhr in Jonsom ist, ist es gut machbar bis Muktinah zu gelangen. Wer Zeit hat, sollte aber nur bis Kagbeni planen, da der letzte Aufstieg nach Muktinah aufgrund der Höhe (zumindest für mich) doch beschwerlicher war. Man höre auf seinen Körper. Auf dem Hinweg sollte man auch schon ein Flugticket organisieren, bzw. nach den Öffnungszeiten fragen. Die Empfehlung, den Kauf eines Tickets einem Hotel zu überlassen, hat sich als nicht zuverlässig erwiesen...Kagbeni ..click on Photo to enlarge
Sechste Tag:
In Muktinah besichtige man den etwa einen halben Kilometer vom Ort entfernten Tempel, welcher für Buddhisten und Hindus gleichzeitig wichtig ist. Die 108 Wasserspeier symbolisieren die 108 Tempel Shivas, wovon Hindus sich jeweils berieseln lassen. Etwas weiter unten steht ein Tempel mit einem ewigen Feuer. Man benötigt für den Rückweg nach Jonsom etwa 4-5 Stunden, das Reisebüro der Nepal Airline hatte bis 15.30 Uhr geöffnet......click on Photo to enlarge
Rückflug Jonsom-Pokhara:
Geflogen wird auf Sicht und nur morgens. Der Flieger fliegt nur bei gutem Wetter durchs Tal, in Nepals Wolken sind Felsen. Ein Ticket von der Royal Nepal Airline kostete 52 Dollar, das von Cosmic-Air 65 Dollar, dafür kommt Nepal Airline manchmal nicht. Einheimische zahlen etwa 16 Dollar, dafür werden sie schon mal eher von der Passagierliste gestrichen, was aber nicht zwingend ist. Wer mitgenommen wird und wer nicht, soll manchmal nach undurchschaubaren Kriterien erfolgen. Abgeraten wird auch von einem open-date Ticket, was eine Vertröstung auf einen anderen Tag zur Folge haben kann. Zu meiner Reisezeit Ende November waren noch ca. 4 Plätze frei gewesen, in der Hochsaison wird es wahrscheinlich schwieriger sein. Ich hatte am Nachmittag ein Flugticket für den nächsten Morgen gekauft und mich vorsichtshalber auf 2-3 Tage Rückmarsch eingestellt. Auch aufgrund der Wettersituation sollte man nicht darauf angewiesen sein, am nächsten Tag in Kathmandu zu sein.click on photo to enlarge
Das Gepäck wird am Flughafen in Jonsom wegen der Terrorgefahr durchsucht. Ein Haschischfund könnte da möglicherweise Schwierigkeiten bedeuten.
Um 11 Uhr ist man dann in Pokhara. Wer es eiliger hat, könnte ab 12 Uhr 30 dann noch vom alten Busbahnhof zum Chitwan Nationalpark fahren.