Das Kathmandutal


 
 
Das Kathmandutal bestand aus den drei früheren Königreichen, Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Kulturelle Zentren sind die "Durbar Squares" der drei Orte, bestehend aus den königlichen Paläste umringt von buddhistischen und hinduistischen Tempel der drei Orte. Die Götter sollten neben dem Herrschergeschlecht wohnen.

Patan ist heute ein Stadtteil von Kathmandu, Bhaktapur ist 20 km von Kathmandu entfernt. Daneben sind die buddhistische Stupa von Swayambuhunath (Monkey Tempel) und die von Bodnath (Bhouda - Klein Tibet) weitere Höhenpunkte.  Nepals wichtigster Hindutempel in Pashupatinath am Fluss, an dem auch Kathmandus Tote verbrannt werden darf nicht ausgelassen werden, dagegen eher schon der schlafende Vishnu im Nordosten der Stadt.

Bhaktapur, die mittelalterliche Stadt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und in der der Film "Little Bhudda" gedreht wurde, ist ein weiters Muß.

Wer noch einen weiteren Tag Zeit hat, fährt über Bhaktapur etwa 40 km nach Nargakot, um einen Blick auf das Himalajamassiv nebst Mt. Everst zu werfen und marschiert auf dem Rückweg nach Changu mit dem ältesten Tempel im Kathmandutal.

Die wesentlichsten Sehenswürdigkeiten:
 

 
Kathmandu

Pashaputinath
Swayambuhunath (Monkey Tempel, Stupa)
Durbar Square Patan 
Durbar Square Kathmandu
Boudanath (Stupa)
Budahanilakantha  (sleeping Vishnu)

Umgebung

Bhaktapur

Nargakot
Changu Narayani

Für einen ersten Eindruck im Schnelldurchgang wäre es denkbar, alle Sehenswürdigkeiten mit dem Taxi (ca 2-3 Euro je Fahrt) abzuklappern, wenn man zeitig genug aufsteht. Sie liegen bis auf dem schlafenden Vishnu alle ziemlich nahe am Stadtkern. Der schlafende Vishnu, Nargakot und Changu sind weniger prägnante Sehenswürdigkeiten und könnten bei wenig Zeit gut weggelassen werden, so das Bhaktapur am zweiten Tag besucht werden kann. Im Prinzip ist die Reihenfolge beliebig.

Unterkunft

Üblicherweise wohnt man im nördlich vom Durbar Square gelegenen Touristikviertel Thamel, in denen sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Shops befinden. Es bestand ein Überangebot an Quartieren Ende November.
 

Der erste Tag:

Pashaputinath

Mit dem Taxi fahre man morgens früh nach Pashupatinath und besichtige die Anlagen ( Eintritt  4 Euro) um den Hindutempel. In den Tempel kommt man selbst nicht herein, man beobachte aber die Trauergemeinden die Leichen auf Holzstößen verbrennen. Mehrere Tempelanlagen sind noch oberhalb der Treppe zu besichtigen. Die "Saduhs" (heilige Männer) lassen sich gegen ein kleines Honorar photographieren. Sie verlangen bzw. nehmen was sie kriegen können, jedoch erscheinen mir mehr als 20 Rs erscheinen unangemessen, wo doch eine nepalische Reinigungsfrau nur 50-100 Rs am Tag verdient.

.........          .......         ....click on photo to enlarge.







Weiter könnte es mit dem Taxi zu der in der Nähe sich befindliche Stupa Bodnah gehen und mit irgendeinen lokalen Bus zurück in die Stadt.Oder man fahre zunächst zum schlafenden Vishnu

Budahanilakantha  (sleeping Vishnu)
 

sleeping Vishnu...click on photo to enlarge
Der schlafende Vishnu liegt rücklings auf einem Bett von ineinander geflochtenen Schlangenkörpern, welche Teil der elfköpfigen Riesenschlange
Amanta (die Unendliche) ist. Der Überlieferung zur Folge darf kein nepalischer König die Figur sehen, ansonsten wird er sobald sterben.

Man fahre mit dem lokalen Bus zurück nach Kathmandu und landet meistens im zentralen City Bus park. Von dort aus besichtige man je nach Restzeit noch den Durbar Square in Patan (Taxi) oder Kathmandu (zu Fuß)

Patan Durbar Square
 

..Patan Durbar Square click on photo to enlarge
Der Durbar Square ist der Ort des Königspalast von Patan, welches heute ein Stadtteil von Kathmandu ist. Daneben sind zahlreiche Tempel zu besichtigen unter anderem der im hinduistischen Stil gebaute Krishna Mandir und der "Golden Tempel". Vermutlich verbleibt nur Zeit und Muße erstmal einen Eindruck zu erhalten, um gegebenenfalls am anderen Tag alles näher zu erkunden. Die Eintrittskarte für 200 Rs  ist für eine Woche gültig, wenn man das beim Erwerb der Karte sich notieren läßt. Zurück könnte man durchaus zu Fuß nach Thamel laufen, um das Altstadtgewirr zu erleben oder man nehme ein Taxi.
to top

Der zweite Tag: Fahrt nach Bhaktapur und Nargakot (Übernachtung dort)

Mit der Riksha für 50 Rs (oder zu Fuss) lasse man sich von Thamel aus zur Kreuzung Bagbazar/Kanthipath kutschieren. Gehe noch kurz bis zur Durbar Marg und frage nach dem Bus nach Bhaktapur, der an der Kreuzung alle paar Minuten losfährt. Die Fahrt kostet nur 9 Rs und dauert ca 1 Stunde. Wer einen Sitzplatz von Anfang an möchte, setzt sich in den zweiten Bus in der Reihe. In Bhaktapur bezahlt man sein Eintrittsticket von 10 Euro (bei Notierung der Pass Nr. auf dem Ticket gültig für 1 Woche, nachfragen! ) oder mogelt sich sonstwie in die Stadt. Die Stadt wurde im wesentlichen durch Deutsche Entwicklungshilfe saniert.

Bhaktapur ist eine mittelalterliche Stadt, in der die Welt stehen geblieben erscheint. Vieles spielt sich auf der Strasse ab, waschende oder badende Frauen, Töpfer, spielende Kinder, palavernde Männer etc. Bernado Bertolucci drehte 1994 hier den Film "Little Bhudda"
Von den umliegenden Musikläden der historischen Plätze dröhnt unablässig tibetanischer Mönchsgesang, was mit der Zeit nervig ist. Alte Bauten, fast kein Autoverkehr, Obst und Gemüsestände und viele Souvenirshops runden das Bild ab. Führer bieten einem die Erklärung der Stadt an, die Tour dauert für ca. 3 Euro (Verhandlungssache) etwa 2 Stunden. Man wird dann auch zu den Läden geführt, in denen die Thangkas (buddhistische Malereien) hergestellt und verkauft werden.

..Dattatreya Square... .. Töpfermarkt..click on photo to enlarge
Vom Durbar Square wandert man zunächst zum Thammadhi Tol mit dem fünfpagodigen "Nyatapola" Tempel, der der Göttin "Lakshmi" (zuständig für Reichtum) geweiht ist,   macht einen Abstecher zum Potters Square (Töpfermarkt) und wandert anschliessend die Hauptstrasse entlang zum Dattatreya Square (Tachupal Tol), dem früheren Ortskern.  Von dort sind es ein paar Schritte für den Bus nach Nargakot, der letztmalig um ca. 17 Uhr losfährt. Die Fahrt von 20 km kostet 10 Rs und dauert etwa 1 Stunde.

Nargakot (2168m)

.. Nagarkot..click on photo to enlarge
Nargakot bietet die besten Ausblicke auf die Berggipfel des Himalaja Massiv. In der Nachmittagssonne am klarsten, jedoch nur ganz früh im Morgenrot sind alle Zacken (einschliesslich Mt. Everest) des Himalajas zu sehen, um einige Minuten später im Morgendunst zu verschwinden. Nargakot ist mehr eine Ansammlung von Unterkünften, als ein richtiger Ort, aber wohltuend ist die Stille nach dem Smog und dem Treiben von Kathmandu.

Panorama mit Mt Everest Click on Photo to enlarge

to top

Der dritte Tag ( Rückfahrt über Changu Narayari und Bodnath)

Changu Narayari

Man steige auf halber Strecke nach Bhaktapur (in Terkot oder so ähnlich, nachfragen für Changu) aus den Bus und wandere ca 1,5 Stunde durch Nadelwald nach Changu Narayari. Einen Guide braucht man nicht, die Abkürzungen sind unwesentlich, immer den Hauptweg nach. Nach etwa einer Stunde ist der Tempel zu sehen. Es handelt sich um den ältesten Tempel im Kathmandutal.

.. Changu..click on photo to enlarge
Wer in den Souvenirshops dort eine der auffällig billigen CD kaufen will, öffne die Verpackung und schaue sie sich an bzw. lasse sie vorspielen.

Anschliessend lasse sich man den Weg zur Hauptstrasse nach Sanktu/Boudah zeigen und wandere etwa 1 Stunde zum Fluss hinab, überquere den Fluß und steige an der Hauptstraße angelangt in den nächsten herbeifahrenden Bus. In Bodnath (Bhouda) steige man zur Besichtigung der Stupa aus.

Bodnath (Boudah)

Die größte Stupa Nepals und einer der größten Stupa der Welt, umringt von Souvenirshops und buddhistischen Klöstern. Die Stupa ist ein Symbol des Eingehens von Buddhas in das Nirvana
 
 

 
Legenden zur Errichtung
Eine Tochter von Indra habe vom Himmel Blumen gestohlen. Sie wurde zur Strafe auf die Erde verbannt und veranlaßte den Bau einer Stupa zu Ehren Bhuddahs. Die Newars berichten, das der Sohn des Königs ein Menschenopfer zur Abwendung der Dürre erbringen mußte. Versehentlich opferte er seinen Vater und  baute die Stupa zur Sühne.

Der Sage nach soll eine Tochter von Indra Blumen vom Himmel gestohlen haben. Sie wurde zur Strafe auf die Erde verbannt und veranlaßte den Bau einer Stupa zu Ehren Bhuddahs. Nach einer Newar Legende sollte der Sohn des Königs ein Menschenopfer zur Abwendung der Dürre erbringen. Nachdem er versehentlich seinen Vater opferten, baute er zur Sühne die Stupa. Man werfe auch einen Blick in die umliegenden Klöster und beobachte eventuell Mönche bei ihrem Gebet.

Zur Rückfahrt steige man in einen der Busse, der meist zum City Bus Park fährt. Wer noch Zeit hat, kann von dort über den Durbar Square von Kathmandu nach Thamel zurücklaufen.

to top

Der vierte Tag

Durbar Square Kathmandu

Man wandere durch die Gassen von Thamel zu Fuß zum Durbar Square von Kathmandu und erleben das Treiben in den Altstadtgassen rund um den Durbar Square. Dieser Platz ist nicht so schön wie der in Patan.

Swayambuhunath (Monkey Tempel, Stupa)

...click on photo to enlarge
Dieser Tempelort liegt auf einem Hügel und ist zu Fuß aus gut vom Durbar Square zu erreichen. Eine Riksha zum Aufgang der Treppe wäre eine gute Alternative. Der Name "Monkey Tempel" rührt von den zahlreichen Affen her, die den Tempelbezirk bewohnen, in dessen Mitte sich die riesige Stupa befindet, deren "Buddhas Augen" einen kritisch anstarren. Die dreizehn Ringe der Spitze symbolisieren die 13 Stufen der Weissheit, die ins Nirvana führen. Viele kleinere Tempel, buddhistische Pilger, Hindus, Souvenirshops, Gebetsmühlen, Affen bilden ein sehenswertes Ensemble. Am anderen Ausgang des Tempels (Ostausgang) befindet sich ein goldener Bhudda.

to top